Die Kunst des Erinnerns – „Buchenwald war überall“
Weimarer Mal- und Zeichenschule e.V. // Thüringen

Beteiligte: 93 Jugendliche
Alter: 15 bis 18 Jahre
Durchführungszeitraum: ab 6. März 2024 mit erstem Schlusspunkt am 4. April 2025
Kooperationspartner*innen: Gymnasium Gleichense Ohrdruf, Arolsen Archives, Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora, Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Bauhof Gotha, Bundeswehr
In einem ungewöhnlichen Zusammenspiel von Schüler*innen, Expert*innen, Zeug*innen und Künstler*innen wurden Inhalte und Formen entwickelt für ein „unvollendetes Denkmal“ in Erinnerung an die im Nationalsozialismus verfolgten und getöteten Menschen. Im Fokus stand das NS-Lagersystem. Gemeinsam befasste sich das Projekt „Buchenwald war überall“ mit den europäischen Dimensionen und der regionalen Dichte anhand der 139 Außenlager des KZ Buchenwald. Dabei stand die spezifische Erinnerungskultur an unterschiedlichen Orten im Blick – von Abteroda und Dortmund über Mühlhausen und Kassel bis Sömmerda und Wuppertal – und Fragen wie: Was ist hier geschehen? An was wollen wir wie erinnern? In was für einer Gesellschaft wollen wir heute und morgen leben? Eine markante deutsche Erinnerungslücke ist der KZ-Komplex Ohrdruf/Jonastal zwischen Gotha und Arnstadt. Das Buchenwald-Außenlager war zeitweise ein eigenständiges KZ – und das erste, das die US-Alliierten 1945 befreiten. Hier mussten sie den NS-Terror das erste Mal mit eigenen Augen sehen, trafen auf Tote wie Überlebende des Holocaust. Heute ist der Ort weitgehend unbekannt, als Truppenübungsplatz der Bundeswehr nicht ohne Weiteres zugänglich und von Mythen, Rüstungsfetisch oder Verschwörungserzählungen überwuchert. Mit den Mitteln der Kunst beschäftigten sich Jugendliche aus Ohrdruf und Thüringen mit Themen wie diesen und fanden Zugänge und Ausdrucksmittel, wo Worte nicht ausreichen.
„Ich kannte Buchenwald, aber nicht das hier. Also, es ist wirklich, diese Erinnerungslücke ist riesig. Dass wir den Leuten ein Gesicht wiedergeben können und dass sie [...] auch eine Persönlichkeit haben und nicht nur eine Nummer sind.“ Inga, 15 Jahre