„Ich werde berühmt!” – Leben und Werk des Paul Goesch

Kinder-und Jugend- Kunst-Galerie „Sonnensegel” e.V. ///  Brandenburg

Beteiligte: zirka 115 Menschen

Alter: 9 bis 78 Jahre

Durchführungszeitraum: 18 Monate, von Januar 2023 bis Juli 2024

Kooperationspartner*innen: Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde, Brandenburg a. d. Havel; Stadtmuseum Brandenburg an der Havel; Otto-Tschirch-Oberschule Brandenburg; Oberstufenzentrum Alfred Flakowski Brandenburg

 

Im Rahmen des mehrmonatigen Erinnerungsprojekts beschäftigten sich Teilnehmer*innen aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen mit dem Werk und der Biografie des expressionistischen Architekten, Malers und Grafikers Paul Goesch, der 1940 in der NS-Tötungsanstalt Brandenburg ermordet wurde. Sie informierten sich über nationalsozialistische Verbrechen in ihrer Heimatstadt und erforschten, wie der Künstler Opfer dieser Tötungsmaschinerie wurde. In der Auseinandersetzung mit seiner Motiv- und Formensprache gestalteten sie eigene künstlerische Arbeiten. Wie vermittelt man das Unfassbare, wie erinnert man sich an die Opfer des Nationalsozialismus in Deutschland? Unter dem Tarnnamen „Landes-Pflegeanstalt Brandenburg an der Havel“ entstand in Brandenburg an der Havel in der NS-Zeit eine von sechs Euthanasie-Tötungsanstalten: In diesen Einrichtungen wurden 70.000 psychisch kranke und behinderte Menschen systematisch ermordet. Zu den 9.000 Anstaltspatient*innen, die in Brandenburg a. d. Havel mit Giftgas getötet wurden, gehörte auch Paul Goesch. Sein Schicksal und Werk rückten exemplarisch in den Mittelpunkt des Projekts, das von der Euthanasie-Gedenkstätte der Stadt Brandenburg initiiert wurde und für das die Galerie „Sonnensegel“ ein bildnerisches Programm entwickelte. Mit verschiedenen Angeboten sprach es Teilnehmer*innen aus unterschiedlichen Generationen an, unter anderem mit Workshop- und Tagesangeboten für Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Behinderung, mehrmonatigen Gruppenangeboten für angehende Erzieher*innen sowie Kursen für Menschen unterschiedlichen Alters. Sämtliche Kursergebnisse wurden an verschiedenen Orten der Stadt Brandenburg gezeigt. Ausgewählte Arbeiten waren Teil der Abschlussausstellung „Ich werde berühmt!' – Leben und Werk des Paul Goesch“ und wurden zusammen mit Originalwerken des Künstlers im Heimatmuseum der Stadt Brandenburg präsentiert.

„… Entsetzen, Eingesperrtsein, Hilflosigkeit, Verzweiflung sind Gedanken, die mir beim Arbeiten durch den Kopf gingen. Wie sehr mich das furchtbare Schicksal vieler Menschen bewegt hat, wollte ich zum Ausdruck bringen.“ Eva, 75 Jahre

„Ich hatte noch nie von so schrecklichen Dingen gehört. Was Menschen anderen Menschen antun können. Wir haben die Erinnerung an den Künstler zurückgeholt.“ Julia, 16 Jahre