Kulturelle Teilhabe durch Kunstvermittlung – Eine Kooperation mit dem Rahel-Varnhagen-Kolleg Hagen

Osthaus Museum ///  Nordrhein-Westfalen

Beteiligte: 20 Jugendliche und junge Erwachsene

Alter: 16 bis 25 Jahre

Durchführungszeitraum: Wintersemester 2024

Kooperationspartner*innen: Rahel-Varnhagen-Weiterbildungskolleg der Stadt Hagen

 

Im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Osthaus Museum Hagen und der Abendrealschule des Weiterbildungskollegs Hagen entstand ein Vermittlungsformat, das junge Erwachsene mit ganz unterschiedlichen biografischen Hintergründen an Kunst heranführte. Die Studierenden – viele davon neu Zugewanderte – setzten sich über mehrere Monate hinweg intensiv mit Werken des Expressionismus auseinander. Einmal wöchentlich wurde der Unterricht des Fachs „Darstellen und Gestalten“ ins Museum verlagert. Unter der Anleitung einer Museumspädagogin und in enger Zusammenarbeit mit einer Lehrkraft des Kollegs arbeiteten die Studierenden direkt in der Sammlung des Hauses. Sie lernten, sich in einem Museum zu orientieren, erarbeiteten sich eigene Zugänge zu Werken und entwickelten in Kleingruppen Führungsformate zu selbstgewählten Bildern. Begleitend dazu fanden in der Schule theaterpädagogische Einheiten statt, um Präsentationskompetenz, Ausdruck und Selbstbewusstsein zu stärken. Höhepunkt war eine öffentliche Führung, die die Studierenden selbst konzipierten und durchführten. Dabei brachten sie persönliche Perspektiven, kulturelle Bezüge und eigene Recherchen ein – und machten den Museumsraum zu ihrem eigenen. Das Projekt verließ bewusst den klassischen Vermittlungsrahmen: Jugendliche, die Museen zuvor als fremd oder verschlossen empfanden, wurden hier selbst zu Expert*innen und präsentierten öffentlich ihre Perspektiven auf Kunst. Sie brachten ihre Erfahrungen, Sprachen und Sichtweisen ein – und eroberten sich den Kulturraum auf ihre Weise. Das Projekt wurde dem Dachverband der Weiterbildungskollegs NRW vorgestellt, wo es Interesse bei anderen Schulen geweckt hat.